Eröffnungsrede

Die Eröffnungsrede 2016 von Bürgermeistern Beatrix Kuhl

Moin mitnanner,
Man, wat´n Utsicht…Lüü över Lüü sünd wer komen, um de Fiefte Johrestied mitnanner to fieren. Ik frei mi leep dat ik wer hier stahn dür um mit Hör de Fievhundertachte Gallmarkt intolüden. Moi, dat se all komen sünd. Up Gallmarkt sünd wi all gliek. Dat maakt dat Fest ja so besünners.

De Postkapell hett weer daarför sörgt, dat de Tied neet lang worden is. Besten Dank daarför.

Liebe Besucher des Gallimarktes, seit über 60 Jahren wird der Gallimarkt von der Rathaustreppe aus eröffnet. Einen anderen Eröffnungsort können wir uns sicher gar nicht vorstellen, kurz vor dem Marktbeginn – der Duft zieht bis hierher und die Geräusche stimmen uns ein. Und dann diese Meldung! Das Rathaus ist eingerüstet. Bereits letztes Jahr drohten Schindeln runterzufallen. Da blieb nur eines: Gegen die Zeit arbeiten und dafür sorgen, dass die Treppe wieder frei wird.
Dit Jahr is`t wall dat erste Maal, dat wie een Gerüst um´t Rathuus stahn hebben. Sücht nu bloot neet so mooi ut as sonst. Wi hebben överleegt, de Künstler Christo antoropen, of he uns dat neet maal en bietje moi inpacken wull. Erstens har he leider kien Tied, tweedens was uns Knippke ok neet groot genoog för dat, wat he daaför hebben wull.
Und jetzt kommt auch die Entwarnung: die Dachpfannen werden nach Fertigstellung wieder über 100 Jahre halten – dank den vielen Mitarbeitern, dass wir heute hier stehen können.

Meine Damen und Herren, liebe Gäste, Ich sehe mich um und sehe so viele Menschen.
I see guests from England. Welcome to the delegation from Trowbridge – specially Trevor Heeks, whom we honor this year for 27 year Gallimarkt.
Of course, I don’t want to forget the Mayor of Trowbridge, Mayor Councillor Linda Self and the Leader of Trowbridge Town Council, Bob Brice.
Welcome to Leer – and now, Trevor, all the Gallimarkt Visitors are waiting for you!

Hartelijk welkom lieve frienden van de Gemeente Oldambt. De Stadsomroeper Gert Veen is hier voor de ffijftienste keer …! Hartlijk bedankt voor U komst, Gert! Letztes Jahr war ich mit den Herolden bei der Eröffnung des Adrillenmarktes – lieber Gert, hierzu möchten Sie einladen.

Herzlich willkommen dem scheidenden Landrat Bernhard Bramlage – lieber Bernhard, wir hoffen, dich auch nächstes Jahr hier zu sehen. Willkommen dem noch Europaabgeordneten und zukünftigen Landrat Matthias Groote. Und auch die MdB Gitta Connemann ist gekommen, eine Stippvisite, denn es ist Sitzungswoche in Berlin! Aus dem Landtag begrüße ich die MdL Johanne Modder.

Herr Präsident, nach dem Sie letztes Jahr nicht dabei sein konnten, freuen wir uns den Chef aller Ostfriesen bei uns zu haben: Rico Mecklenburg, Präsident der ostfriesischen Landschaft, willkommen bei dem Treffpunkt hier in Ostfriesland.

Herzlich Willkommen unserem Ehrenbürgermeister Günther Boekhoff, meinem Vorgänger Wolfgang Kellner und ich begrüße die vielen Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden – schön, dass Sie uns die Ehre geben dabei zu sein. Ich freue mich über die zahlreichen politischen Vertreter aus Stadt und Landkreis. Und ich sehe, was mich ganz besonders freut, auch viele Kinder. Gut, dass die Ferien dieses Jahr so günstig liegen, dass auch ihr hier sein könnt, oder?! Oder wäret ihr jetzt lieber in der Schule?
De meesten sünd ja eerst vandaag mit Auto, Rad oder Zug anreist, um sük dat Spektakel to bekieken. Anner sünd aver ok all siet güssen Abend hier. De wassen all up Viehmarkt. Man, dat kannst ok good maken…brukst her ja bloot maal in`t Oogen kieken…. Leep moi dat Ji hier sünd.

Der Galliviehmarkt ist einzigartig in Deutschland, die besondere Atmosphäre kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Dem Viehmarktmeister Jan Trauernicht ist es gelungen, noch mehr Viehhändler hierher zu holen und die haben heute wie vor 500 Jahren ihren Handel mit Handschlag besiegelt.

Jo man, de Gallmarkt hett uns weer tosamen brocht, un ik doch, daaför sullen wi wall en hard Tied in Leer hebben. De Wahlkampftied, doch ik, word stuur.

Aber der Wahlkampf verlief insgesamt so fair, dass eigentlich nicht vom KAMPF gesprochen werden kann. Der einzige Kampf, den wir haben, wird im Rathaus-Altbau ausgefochten! Nicht, dass Sie jetzt denken, dass die Mitarbeiter miteinander kämpfen. Nein, das gestaltet sich ganz friedlich. Im Rathaus-Altbau befindet sich eine Kampfarena, die „Pokemon GO Arena“. Und das haben wir uns nicht ausgedacht, sondern das schwappte sozusagen ohne Gegenwehr aus Amerika zu uns nach Leer. Die Menschen allderdings, die in der Altstadt rumlaufen und auf ihre Smartphones starren, werden aber allmählich weniger – wer weiß woran es liegt, das kühlere Wetter? Oder sind alle Pokemons besiegt?

Wie Sie wissen bin Wahl-Leeranerin und das seit über 20 Jahren mit Begeisterung. Und jetzt auch noch Bürgermeisterin – da hat sich in meinem Leben doch so Einiges verändert, allen voran knapper werdende Zeit. In meinem Sommerurlaub erlebte ich dann hautnah eine weitere Veränderung! Ich wollte mal die freie Zeit nutzen, um ganz in Ruhe die Region mit dem Fahrrad zu erkunden. Leer und umzu, wie der Ostfriese sagt.

So heb ik mi up`t Rad sett un wull maal heel „inkognito“ ´n lüttje Radtour maaken. Kien een sull mi kennen, hebb ik docht. Ik harr mi extra oll Plünnen antrucken un Sünnenbrill upsett. Bi een lüttje Kneip bi Emden hebb ik up Kaart keken, as mi up eenmaal een Koppel Radfohrers sehn har. „Kiek“ hebben se ropen, „dat is ja Frau Kuhl, uns Börgmesterin“…. Ja man, dor hebb ik blot docht, so as ik nu utkiek, dat vergeten de ja nooit weer. Mi was daarna nochmaals klor, Börgmesterin is man eben dreehunnertfievundsesstig Daag in`t Jahr und weten se wat, dat ist ok good so.

Denn es ist wunderbar sich für diese Stadt einzusetzen zusammen mit all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Ratsmitglieder. Danke an all diese, die unsere Stadt so liebenswert machen. Ich danke den vielen freiwilligen Mitarbeitern in den Vereinen und Verbänden, den Vertretern der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften, den Ehrenamtlichen in unserer Stadt, ich danke der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, dem THW und der Polizei. Ihre Wichtigkeit für die Leeraner Gemeinschaft, ist nicht in Gold aufzuwiegen. Ich bin begeistert über die vielen Unternehmen und Investoren in unserer Stadt. Ich müsste eigentlich jeden einzelnen beim Namen nennen. Beispielhaft möchte ich den Verein „Freunde historische Altstadt“ nennen. Nachdem die Polizeiinspektion Leer/Emden nach 23-jähriger Erfolgsgeschichte erklärte, den „Citylauf“ nicht mehr organisieren zu können, entschloss sich Rüdiger Barten zusammen mit diesem Verein kurzerhand das Projekt zu übernehmen. Mit einem hervorragenden Ergebnis. Sie sorgten dafür, dass diese Kultveranstaltung nicht einfach in der Versenkung verschwindet. Das ist typisches Beispiel dafür, wie die Menschen hier in Leer sind. Sie packen an! Die Altstadtfreunde zusammen mit Frisia Loga und der Feuerwehr, den Sponsoren und Unterstützer war es ein toller City Lauf – und das unter erschwerten Bedingungen fast ohne Denkmalplatz. Vielen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer! Und wir freuen uns auf das Jubiläum, 25. Jahre, im kommenden Jahr!

Apropos Denkmalplatz! Seit der Denkmalsplatzeinweihung vor über 100 Jahren gab es dort immer wieder Veränderungen. Dieses Jahr tut sich mitten in der Innenstadt einiges. Die Sparkasse hat eröffnet. Man, wenn dar lang löpst, brugst glatt een Sünnenbrill, so hell is de Fassade worden. Der Platz wurde komplett neu gepflastert und Ihr Kino, an das Sie sicher genauso viele Erinnerungen haben wie an den Gallimarkt, erstrahlt in neuem Glanz! In kurzer Umbauzeit!

Dass das nicht überall funktioniert, wissen Sie, denn was hat Leer mit Hamburg und Berlin etwas gemeinsam? Sie ahnen es!
Es geht um unvollendete Bauprojekte. Hamburg hat seine Elbphilharmonie, Berlin seinen Flughafen und Leer seinen Bahnhof. Es ärgert mich so maßlos, dass wir da nicht schneller vorankommen. Ich kann Ihnen nur versprechen, dass ich nicht aufhöre, Druck zu machen.

Und ik will hopen dat de Lüü bid´ Bahn nu bold seggen: de olle Wiev ut Leer, de geiht mi gehörig up Senkel. Nun laat uns dat man fix klaar maken, daarmit se uphört to tagen.

Dieses Jahr fand die 36. Ostfrieslandschau statt. Unternehmen und Dienstleister haben sich dort vorgestellt und mit vielen Aktivitäten bereichert. Die Schau ist Treffpunkt der Region, auch vieler Ehrenamtlicher, die den Besucherinnen und Besucher ein Programm geboten haben: Shantys, Angebote für Kinder, Sport und Gesundheit. Vielen Dank dafür, die Stimmung war gut und das gute Wetter hat sein Übriges getan.

Das Wetter lässt uns hoffentlich dieses Jahr beim Gallimarkt nicht im Stich, womit wir wieder beim Thema sind!!

Ich möchte dem städtischen Ordnungsamt, dem Team rund um Gerhard Krone ganz herzlich danken für die Organisation. Besonderer Dank gilt Michael Meyer, der die Vertretung seiner erkrankten Kollegen, den langgedienten Marktmeister Helmut Kruse und Thomas Wilbers übernommen hat – gute Besserung euch beiden von dieser Stelle aus!
Danke auch an Herrn Langenscheidt, stellvertretend für alle Schausteller, für die gute Zusammenarbeit. Das muss man sagen, Sie haben immer ein offenes Ohr. Und ein großes Herz, auch für die Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Seit vielen Jahren laden Sie diese Menschen ein, einen Nachmittag auf dem Gallimarkt zu feiern, kostenlos und betreut von zahlreichen Ehrenamtlichen aus unserer Stadt und von den jungen Nachwuchs Schaustellern.

Ein großes Dankeschön gilt auch allen Anwohnern, die jedes Jahr während des Gallimarktes so manche Einschränkung hinnehmen.

Dat Wichtiste kummt an`t Enn: Ik dür nu offiziell de Lüü begröten, up de Se all wachten, de Lüü, de de Gallmarkt openmaken: Uns Herolde!
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